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Veranstaltungsreihe: "Sukzession selbst gemacht: Wir schaffen Lebensräume für Pioniere im Tier- und Pflanzenreich"

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (Bornheim)

Beschreibung des Projektkurses:

Unser Projekt Sukzession selbstgemachtwir schaffen Lebensräume für Pioniere im Tier- und Pflanzenreich ist der gelungene Versuch einer engagierten Gymnasiallehrerin, in Zusammenarbeit mit dem NABU Bonn, den Schülern und Schülerinnen eine Thematik der Naturschutzarbeit, auf einem möglichst anschaulichen Weg näher zu bringen. Im Vordergrund stand die Schaffung von Lebensräumen für Pioniere im Tierreich. Entlang eines Transektes, über dessen Verlauf ein natürlicher Feuchtigkeitsgradient besteht, wurden Lebensräume für vier verschiedene Tiergruppen angelegt. Neben zwei Insektengruppen, (Schmetterlinge und Libellen) sollten auch Habitate für Reptilien (v.a. Waldeidechse) und Amphibien (Wechselkröte, Kreuzkröte) angelegt werden.

Im höher gelegenen und trockensten Teil des Transektes wurden durch Ausmagerung des Bodens (Ersatz des nährstoffreichen Bodens durch Sand und Kies) vegetationsärmere, gut besonnte Flächen für Waldeidechsen geschaffen. Zusätzlich sind auch Unterschlupfmöglichkeiten aus Wurzelholz und Steinhaufen geschaffen worden. Erfolge warenschnell zu sehen, denn bereits nach kurzer Zeit hatten sich einzelne Individuen dieser Art angesiedelt.

Im mittleren Bereich des Transektes ist der nährstoffreiche Bereich belassen worden: Hier wurden verschiedene Ansaatmischungen, u.a. auch die NABU-Ansaatmischung „Zeit der Schmetterlinge“ „erprobt“.

Im nassesten Abschnitt sind Kleingewässer für Libellen und Kreuzkröte angelegt worden. Diese Gewässer sollten einen temporären Charakter besitzen, da typische „Libellenpioniere“ wie der Plattbauch angelockt werden sollten. Auch die Landlebensräume im Umfeld sind hinsichtlich besonderer Eignung für diese Arten weiter optimiert worden, z.B. wurden Tagesverstecke für Kreuz- und Wechselkröte angelegt. Der gesamte Transektbereich ist mit Holz umbaut worden (siehe Fotos).

Der Projektkurs fand ca. alle zwei Wochen über ein gesamtes Schuljahr hinweg statt. Dabei lagen die Schwerpunkte der Veranstaltungen in der Vegetationsperiode (August bis November / März bis Juli). Für die Schüler war der Kurs auch eine Alternative für die verpflichtende Facharbeit, die in der Regel mit einem wesentlich geringeren zeitlichen Aufwand verbunden ist.

Zusätzlich begleitet wurde das ganze Projekt von einer engagierten, jungen Biologielehrerin, die noch im letzten Jahr aufgrund der Bewertung von Schülern des vorangegangenen NABU-Kurses den „Deutschen Lehrerpreis“ gewonnen hatte. Der vorangegangene Kurs, der nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut war und auch mit dem Titel Sukzession selbstgemachtwir schaffen Lebensräume für Pioniere im Tier- und Pflanzenreich versehen war, ist am Ende des Schuljahres mit dem Umweltpreis der Stadt Bonn ausgezeichnet worden.

Der Schwerpunkt des ersten Kurses war die Ansiedlung charakteristischer Pflanzen bzw. Pflanzengemeinschaften einer Kiesgrube, um die weitere Entwicklung und Besiedlung der Natur auf jungen Rohbodenflächen beobachten und untersuchen zu können. Erreicht werden sollte diese Möglichkeit durch das Anlegen von Vegetationsabfolgen auf unterschiedlichen Böden (Ton/Sand/Kies/Mutterboden) entlang eines Feuchtigkeitsgradienten. Hier bestand die Herausforderung v.a. darin sich über die Einordnung und den Ablauf der jeweiligen Sukzessionsstadien Gedanken zu machen, z.B. über Zusammenhänge zwischen Bodenverhältnissen und Vegetation oder mögliche Klimaxstadien zu diskutieren.

Auch stand immer wieder die Beobachtung der sich hier ansiedelnden Tierarten an. Darüber hinaus wurden - v.a. auch auf Wunsch der Schülerschaft - Exkursionen in das nähere und weitere Umfeld der Naturschule gemacht.

Die Dokumentation des Projektes erfolgte in beiden Kursen durch die Schüler/-innen. Diese wurden dann als Zusammenfassung auf phantasievoll gestalteten Plakaten den Mitschülern und Lehrern am Ende des Schuljahres in der Schule vorgestellt. 

 

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