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Stunde der Wintervögel 2017

Ergebnisse für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis


(c) NABU Bonn 

„Stunde der Wintervögel“ so lautete zum siebten Mal das Motto der vom NABU initiierten Vogelzählung. Im Rahmen der bundesweit laufenden Aktion wurden Naturinteressierte dazu aufgerufen, über den Zeitraum von einer Stunde beobachtete Vögel zu zählen und die ermittelten Zahlen an den NABU in Berlin weiterzuleiten. Die Zählung fand vom 6. bis zum 8. Januar statt. Mit 12 1164 Vogelzählern war die Beteiligung seit dem Start dieser Aktion im Jahr 2011 noch nie so hoch. In Bonn gingen Vogelzählungen aus 288 und im Rhein-Sieg-Kreis aus 629 Gärten ein. Die fünf häufigsten Vogelarten waren Amsel, Haussperling, Kohlmeise, Star und Blaumeise.


(c) NABU Bonn 

Die Zahlen bestätigen auch den Eindruck vieler Vogelfreunde, die in den letzten Monaten besorgt meldeten, dass Sie vergeblich auf Meisen am Futterhäuschen warteten. Tatsächlich hat der Bestand der Kohl- und Blaumeise in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis wie auch bundesweit stark abgenommen. In Bonn rutschte die Kohlmeise, die seit 2011 fast immer Platz 1 belegte (Ausnahme: 2012) auf Platz 3. In der eher ländlichen Region dem Rhein-Sieg-Kreis, in dem die Kohlmeise in den vergangenen Jahren immer einen der ersten beiden Plätze belegte, landete diese sogar auf Platz 4. Die allgemein weniger häufige Blaumeise ist dieses Jahr auf dem letzten Platz der fünf häufigsten Arten in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zu finden. Hingegen nahm die Zahl der Amseln und Stare zu. Doch welche Gründe hat dieser Umbruch?

Zum einen lässt sich die Abnahme der Meisen und Zunahme der Amseln und Stare mit der geringen Wanderlust erklären. Die zunehmend milderen Winter erlauben es immer mehr Vögeln in dem Brutgebiet zu überwintern. So blieben viele Meisen aus nördlichen und östlichen Regionen in ihren Brutgebieten.  Damit zogen auch weniger Meisen in unsere vergleichbare mildere Region zum Überwintern. Die Zunahme der Amsel und der Stare lässt sich mit dem gleichen Phänomen erklären. Beide Arten blieben jedoch vermehrt vor Ort und zogen nicht in gleicher Anzahl - wie das in den letzten Jahrzenten geschehen ist - in wärmere Gebiete zum Überwintern. Zum anderen war das vergangene Jahr für viele Arten ein schlechtes Brutjahr. Die ungewöhnlich lange und starke Niederschlagsperiode im Frühjahr und Sommer führte zu geringeren Bruterfolgen, da Jungvögel vermehrt in ihren Nestern unterkühlten oder verhungerten.

Sorgen braucht man sich dennoch zunächst nicht machen. Treten dieses Jahr nicht erneut ungewöhnliche Wetterphänomene auf, so können die geringen Bruterfolge vom letzten Jahr bei ausreichendem Nahrungsangebot und Nistplätzen wieder ausgeglichen werden.

Entwicklungen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis seit 2011

 

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