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Waldkauz-Nisthilfe in Bonn-Lengsdorf

Wohnungsnot beim Vogel des Jahres 2017


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Symbolhaft stattete der NABU Bonn mit Genehmigung der Stadt Bonn eine Pappel mit einer Waldkauz Nisthilfe in Bonn Lengsdorf aus. Die ca. 60-jährige Pappel mit einem Durchmesser von über einem Meter bietet dem Waldkauz normalerweise einen optimalen Nistplatz. Da der Baum noch keine natürlichen Höhlen besitzt, wurde ein Nistkasten aus Holz aufgehängt. NABU-Mitglied Olaf Stümpel, der diese Fläche im Rahmen von einem Umweltpädagogik-Projekt betreut, konnte bereits in der Vergangenheit Waldkauzrufe vernehmen, die darauf deuten, dass paarungsbereite Waldkäuze in dem Gebiet vorkommen.


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Auch wenn der Waldkauz bei uns der häufigste Vertreter der Eulen ist, hat er dennoch Probleme bei der "Wohnungssuche". Besonders alte Bäume mit großen Höhlen und Faullöchern, so lauten die Anforderungen des Waldkauzes, denn schließlich muss der Platz für die ganze "Familie" ausreichen. Doch in der Forstwirtschaft sind Bäume mit Höhlen nur wenig gewinnbringend und werden schon früh aussortiert, damit diese keine Konkurrenz für "unbeschädigte" geradewachsende Bäume darstellen. Auch werden die Bäume zur Holzgewinnung schon in einem verhältnismäßig frühen Stadium gefällt und kommen so erst gar nicht in das hohe Alter um für den Waldkauz als Nistbaum in Frage zu kommen. Jedoch sind alte Bäume vor allem mit Höhlen ein wichtiges Habitat für viele verschiedene Waldbewohner und mitverantwortlich für ein gesundes Wald-Ökosystem, von dem auch die Forstwirtschaft profitiert.

Fachleute des NABU Bonn beziffern die Größenordnung der Waldkauzvorkommen im Bonner Raum auf etwa 50 bis 60 Brutpaare.

 

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