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Die Unken sind da!

Projekt zum Schutz der Gelbbauchunke


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Endlich hat es geklappt: Nachdem bereits im letzten Jahr im NSG Dünstekoven mehrere geeignete Laichtümpel mit tonigem Untergrund für die Ansiedlung von Gelbbauchunken optimiert worden waren und das Projekt wegen der Infektionsgefahr mit dem gefährlichen Chitrydiomykose-Pilz leider verschoben werden musste, wurden nun endlich die ersten Tiere ausgesetzt. Die etwa 4 cm langen Kaulquappen waren schon ziemlich weit entwickelt und werden sich bald an Land begeben. Leider sind die großen Larven in den kleinen, vegetationsfreien Tümpeln auch eine leichte Beute für gefräßige Graureiher. Aus diesem Grund wurden die Tümpel vorsichtshalber mit großen Netzen überspannt, die die Vögel abhalten sollen.

Mit diesem vor sechs Jahren gestarteten und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekt sollen die bestehenden Gelbbauchunken-Populationen gestärkt und so genannte „Trittsteine“ zwischen den für sie geeigneten Lebensräumen angelegt werden. Dazu gehört auch die teilweise Wiederansiedlung dieser vom Aussterben bedrohten Amphibienart an geeigneten Standorten, um isolierte Populationen – hier in der Region Kottenforst/Vorgebirge – miteinander zu verbinden.

Die hübschen Froschlurche mit den typischen herzförmigen Pupillen und dem leuchtend gelb gefärbten Bauch zählen zu den Pionierarten unter den Amphibien. Die Weibchen laichen im Verlauf des Sommers mehrmals in kleinen, vegetationsarmen Tümpeln ab. Dies, wie auch die kurze Entwicklungsdauer der Kaulquappen von nur 4-6 Wochen, ist eine perfekte Anpassung an die wechselhaften Bedingungen solcher „temporärer“, das heißt nur zeitweise Wasser führender, Gewässer. Die seltenen Unken finden im NSG Dünstekoven ideale Lebensbedingungen vor – Offenland in Waldnähe mit ausgedehnten Wiesen, Totholzhaufen und zahlreichen verschieden großen Gewässern. Die Experten sind optimistisch, dass sich hier eine stabile Population entwickeln kann. (Swisttal, Juli 2017)

 

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