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Ein Turm für Vögel und Fledermäuse

Einweihung des NABU Naturschutzturms in Klein-Altendorf


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Am Donnerstag, den 1.3.2018 fand bei eisigen Temperaturen am Ortsrand von Wormersdorf Klein-Altendorf die Einweihung des von der NABU Kreisgruppe Bonn eingerichteten Naturschutzturms statt. Peter Meyer und Hans Troullier vom NABU Bonn hatten die an dem Artenschutzprojekt beteiligten Partner – neben privaten Spendern die Innogy Netze Deutschland GmbH, Westnetz GmbH und die Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis – zu einem Ortstermin eingeladen.

Die ehemalige Turmstation mit dem Namen „Klein-Altendorf Domäne“ des Energieunternehmens Innogy SE (ehemals RWE) wurde 1960 als Transformatorenstation in Betrieb genommen. Sie wandelte die elektrische Energie aus dem Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) in 1.000 Volt-Haushaltsstrom um. Bis zur Netz-Erneuerung war dieser dann als Teil des Freileitungsnetzes für die Ortsversorgung von Rheinbach bis 2016 in Betrieb. Durch Verkabelungsmaßnahmen wurde der Turm nicht mehr benötigt und sollte dann – auf Initiative von Hans Troullier, der damals Vorstandsmitglied des Naturschutzvereins Rheinbach Voreifel (NRV) war, in einen Naturschutzturm übergehen. Neuer Eigentümer des Gebäudes wurde das Land NRW.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Maßnahmen zum Umbau und zur Umnutzung, für die Innogy einen Geldbetrag zur Verfügung stellte, wurden eingeleitet. Darüber hinaus wurde das Vorhaben durch Zuschüsse von der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis sowie durch großzügige private Spendengelder finanziert. Zwischenzeitlich ging der Verein NRV im Naturschutzbund Deutschland (NABU) Kreisgruppe Bonn e.V. auf, und der Turm wird jetzt von dessen Mitgliedern liebevoll betreut, um ihn für bedrohte Vogelarten und Fledermäuse einzurichten.

Mittlerweile wurde der Turm mit diversen Nisthilfen für Schleiereulen, Turmfalken, Mauersegler, Mehlschwalben und andere an Gebäuden brütende Vögel wie den Feldsperling ausgestattet. Die Arbeiten fanden im Laufe des letzten Jahres statt und wurden im Herbst fertiggestellt. Auch Fledermäuse werden mit speziellen an der Außenfassade befestigten Kästen angelockt. Sie können außerdem demnächst durch kleine Öffnungen unter dem Dach auch ins Turminnere gelangen. Gebäudebrüter und Fledermäuse sind dringend auf geschützte Brut- und Überwinterungsquartiere angewiesen, die sie in den heute zumeist gut isolierten und gedämmten Gebäuden immer seltener finden. Dies gilt auch für den diesjährigen Vogel des Jahres, den Star, dem ebenfalls dort ein geeigneter Nistkasten zur Verfügung gestellt wurde.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Mit der aufwändigen, weithin sichtbaren Fassadengestaltung will der NABU Bonn auf diese sinnvolle Naturschutzmaßnahme aufmerksam machen.

Der von einer noch relativ strukturreichen Kulturlandschaft mit offenen Grünlandflächen, Heckensäumen und einem naturbelassenen Bachlauf umgebene Turm ist nun ein wertvoller Standort für viele Tierarten, und das alte Gebäude erfüllt damit noch einen sinnvollen neuen Zweck.

 

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