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Ein seltener Gast in Bonn

Ruffreudige Zwergohreule sorgt für Verwirrung


(c) M. Overmann / NABU Bonn 

Als in der vergangenen Woche eine Anwohnerin aus Bonn-Castell beim NABU Bonn anrief und von seltsamen nächtlichen Rufen berichtete, die sie seit einigen Tagen hörte, wurde Peter Meyer sofort neugierig. Tatsächlich hatte die naturbegeisterte Dame zwei mögliche Verursacher des glockenähnlichen, regelmäßigen, etwas an einen Peilfunk erinnernden Geräusches bereits gut recherchiert. Beide stammen aus dem Tierreich, und beide sind in unserer Region eine echte Rarität: die in Westeuropa und einigen Teilen Deutschlands beheimatete Geburtshelferkröte wie auch die mit ihren Rufen verblüffend ähnlich klingende Zwergohreule, die eigentlich nur in Südeuropa und im nördlichen Afrika anzutreffen ist.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Am folgenden Tag stand dann definitiv fest: der Rufer sitzt hoch oben versteckt in den Baumkronen einiger hoher Parkbäume in der Nähe der Römerstraße. Peter Meyer machte sich noch am selben Abend auf den Weg und bestätigte sofort, dass es sich um eine Zwergohreule handelt.

Die einsame Mini-Eule – nach dem Sperlingskauz die zweitkleinste europäische Eulenart – hat sich offenbar zu weit in den Norden verirrt. Dies kommt eigentlich ganz selten einmal vor. Doch bereits vor einigen Jahren wurde eine Zwergohreule in Köln gemeldet, und auch im letzten Jahr wurde ein verletztes Tier in der Station der Bergischen Greifvogelhilfe in Rösrath abgegeben. Ob die Zwergohreule, die in ihren Brutgebieten im Süden in geeigneten Baumhöhlen brütet und ausschließlich von Insekten lebt, vielleicht in 10 Jahren auch bei uns brüten kann?


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Doch noch ist sie in Bonn eine Seltenheit, so dass Peter Meyer schon am nächsten Tag eine mit einer Tonaufnahme belegte Meldung zur Seltenheitskommission für Vögel schickte.

Hoffentlich findet die kleine Eule in den nächsten Tagen genügend Nahrung, um schon bald wieder den weiten Rückflug zu ihren Artgenossen anzutreten.

 

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