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Die Libellen im NSG Dünstekoven

Neuigkeiten im ersten Halbjahr 2018


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Das Libellenleben im NSG Dünstekoven zeigte sich im ersten Halbjahr wieder erstaunlich vielfältig. Als Lohn für die kontinuierlichen Schutzbemühungen konnten wir einige überraschende Beobachtungen machen.

Nach etwas schleppendem Beginn erschienen Anfang April die ersten Winterlibellen zur Paarung an den noch gut gefüllten Gewässern. Falkenlibellen und eine große Anzahl der Arten Vierfleck und Plattbauch kamen bald dazu. Die auch in diesem Winter neu geschaffenen Amphibienhabitate kamen auch den Pionierarten unter den Libellen wie dem Plattbauch zugute. Im Laufe des April/ Mai gab es eine erfreuliche Anzahl an Keilflecklibellen an verschiedenen Gewässern (ca. 20-30 Individuen). Schlüpfe, Paarungsräder und Eiablagen waren zu beobachten. Diese Art ist damit wohl seit letztem Jahr bodenständig.

Geradezu sensationell war Anfang Mai der Einflug der Großen Moosjungfer, die sich auch paarte, so dass die Art als Vermehrungsgast einzustufen ist. Es folgten die Nordische wie auch Kleine Moosjungfer. Ein derart starker Einflug war zuletzt im Jahr 2012 zu beobachten.


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Unsere „Spitzenart“, die Glänzende Binsenjungfer, konnten wir ab dem 12. Mai in großer Anzahl (ca. 200-300 Exemplare) im alten Laubfroschgewässer-Habitat beobachten. Ein ähnlich großes Vorkommen ist unseres Wissens nach im Rheinland und den angrenzenden Gebieten einzigartig.

Ein weiterer Neuzugang der letzten Jahre, die Gabel-Azurjungfer, legte im Laufe des Mai wiederholt Eier ab und ist wohl bodenständig. Fehlende Regenfälle machen es den Libellen genauso wie den Amphibien derzeit sehr schwer. Dennoch konnten wir Schlüpfe des Südlichen Blaupfeils und Jungtiere des Kleinen Blaupfeils beobachten. Im Juni erschien die Gemeine Binsenjungfer, ebenfalls eine wertvolle Art. Trotz des Wassernotstandes insbesondere an den flachen, besonnten Gewässern flogen einzelne Kleine Pechlibellen.

Dies zeigt uns, dass wir in unserem Bemühen um die Schaffung neuer attraktiver Gewässer nicht locker lassen sollten - vorausgesetzt dass uns viele Mitglieder auch weiterhin finanziell unterstützen - die Farbenpracht der verschiedenen Libellenarten wird uns alle dann hoffentlich wieder belohnen.

 

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