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Wenn es zuhause summt und brummt

Naturnahe Gärten: Wildwiesen, blühende Hecken und Nisthilfen für die heimische Tierwelt


(c) P. Meyer / NABU 

Ein kurz geschorener, unkrautfreier Rasen, Schotterbeete mit wenigen exotischen Sträuchern und ringsherum eine Kirschlorbeerhecke – ein solcher Garten mag zwar pflegeleicht sein, für die heimischen Vögel und Insekten ist er eine lebensfeindliche Wüste.

Der Naturschutzbund appelliert daher immer dringender an alle Gartenbesitzer, ihr Grundstück möglichst naturnah zu gestalten. Dabei muss nicht gleich das ganze Grundstück umgestaltet werden, denn schon kleine Schritte können helfen, den Garten in ein kleines Paradies für Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten und damit auch für unsere bedrohten Singvögel zu verwandeln.


(c) P. Meyer / NABU 

Ein erster Schritt kann die Anlage eines Blühstreifens oder eines Beetes mit heimischen Stauden oder Wildblumen sein. So gedeihen etwa auf trockenen Böden in sonniger Lage zum Beispiel viele mediterrane Kräuter und Halbsträucher wie Lavendel und Thymian, aber auch Kugeldisteln, Stockrosen und Königskerzen. An schattigeren Standorten, an denen der Boden nicht so schnell austrocknet, fühlen sich dagegen Akelei, Duftveilchen und Lungenkraut besonders wohl. In jedem Fall bietet eine möglichst große Vielfalt an Kräutern und Stauden, ergänzt durch fruchttragende Büsche, Vögeln, Bienen und Schmetterlingen reiche Nahrung. Insbesondere heimische Wildblumen wie Kartäusernelke und Wilder Majoran locken zahlreiche Insekten an. Schmetterlinge brauchen neben nektarreichen Blüten auch geeignete Pflanzen für die Eiablage, z.B. Brennnesseln für das Tagpfauenauge und Disteln für den Distelfalter. Bienen, die unter dem immer knapper werdenden Futterangebot ganz besonders leiden, freuen sich über Blumenwiesen mit Hornklee, Margeriten, Schafgarbe, Glockenblumen und Zaunwicke, aber auch über Blütengehölze wie etwa Weißdorn, Schlehe und Wildrosen.


(c) P. Meyer / NABU 

Wo es summt und brummt, fühlen sich auch heimische Singvögel wohl, die man zudem durch zusätzlichen „Wohnraum“ anlocken kann. Der NABU empfiehlt gemischte Hecken z.B. für Amsel, Heckenbraunelle und Mönchsgrasmücke und Nistkästen für Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeise, Zaunkönig und Kleiber aufzuhängen. Den ums Überleben kämpfenden Mehlschwalben kann durch Aufhängung von Nisthilfen an der Hauswand geholfen werden. Auch Eidechsen, die in einem „aufgräumten“ Garten kaum noch Lebensräume finden, kann man mit viel Glück mit einem Totholz- oder Steinhaufen anlocken. Solitär lebende Wildbienen, von denen viele bereits vom Aussterben bedroht sind, besiedeln gerne an geschützten Stellen aufgehängte „Insektenhotels“, in der sie ihre Eier ableben können.


(c) P. Meyer / NABU 

Wer genügend Platz hat und noch mehr Aufwand betreiben möchte, kann durch die Anlage eines Gartenteiches nicht nur eine natürliche Vogeltränke, sondern auch eine kleine Oase für Frösche, Kröten, Molche und Libellen schaffen – und damit zugleich auch ein wunderbares Plätzchen für spannende Naturbeobachtungen im eigenen Garten!

Hilfreiche Tipps zur naturnahen Gartengestaltung gibt auch der NABU Bundesverband unter https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/insekten/index.html.

 

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