NABU-Bonn.de NABU in... Swisttal Naturschutzgebiet Dünstekoven

Fledermaus-Herbst 2018

Die Fledermäuse im NSG Dünstekoven


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Schon seit Jahren stehen unsere heimischen Fledermäuse bei Kindern wie auch bei Erwachsenen hoch im Kurs. Das zeigen die hohen Teilnehmerzahlen bei allen NABU Veranstaltungen zum Thema. Nicht umsonst waren die sympathischen Insektenjäger daher auch Thema der diesjährigen „Swisstaler Lesetage“ in der Naturschule des NABU Naturschutzzentrums in Swisttal Dünstekoven. Am vergangenen Samstag lauschten bei strahlendem Sonnenschein rund 20 Kinder und deren Eltern spannenden und lehrreichen Fledermausgeschichten, die von der ehemaligen Grundschullehrerin Gundula König vorgelesen wurden. Anschließend erfuhren sie dann noch in einem ausführlichen Vortrag von NABU Gebietsleiter Peter Meyer interessante Fakten über das Leben unserer Fledermäuse und lernten die wichtigsten Arten kennen, die man in unserer Region am nächtlichen Himmel beobachten kann.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Auch der Bonner Arbeitskreis für Fledermäuse (BAFF) interessiert sich in diesem Herbst wieder für die Fledermäuse im NSG Dünstekoven. Bereits im September stellten BAFF-Mitarbeiter hier an einem Abend große Netze auf, um Fledermäuse zu fangen. Solche Netzfangaktionen dienen, neben der akustischen Ortung der Tiere mit Fledermausdetektoren, der Erfassung der hier lebenden Arten. Für die Aktion im NSG Dünstekoven, wo abends bei guten Wetterbedingungen oft besonders viele Fledermäuse beobachtet werden können, lagen die notwendigen Genehmigungen vor. Fledermäuse werden mit speziellen, nicht geschlossenen Ringen markiert, die ohne die Fledermaus zu verletzen oder in der Bewegung einzuschränken am Flügel angebracht werden. Jeder Ring ist mit einer einmaligen Nummer versehen. Bei solchen Netzfängen werden darüber hinaus noch Daten über Art, Geschlecht, Gewicht und Größe der gefangenen Tiere erfasst.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Das Beringen der Fledermäuse ist wichtig, um Erkenntnisse über die Verbreitung und die Lebensräume der einzelnen Populationen zu gewinnen. Man weiß bereits, dass einige Arten in einer einzigen Nacht zwischen ihrem Schlafquartier und dem Jagdgebiet häufig weite Strecken zurücklegen. Doch viele dieser Zusammenhänge sind noch unbekannt. Auch können mit Hilfe der beringten Tiere Erkenntnisse über das Zugverhalten der Fledermäuse, die dabei genutzten Flugrouten und die jeweiligen Winterquartiere gewonnen werden.

Im NSG-Dünstekoven gingen vergangene Woche ein Braunes Langohr sowie etliche Große Abendsegler und Zwergfledermäuse ins Netz. Dies sind nur drei der Arten, die das Naturschutzgebiet mit seiner hohen Insektenvielfalt zur Nahrungssuche nutzen. Alle Fledermäuse wurden nach dem Wiegen, Vermessen und Beringen sofort wieder in die Freiheit entlassen.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Mittlerweile werden nur noch selten einzelne Fledermäuse am Abendhimmel beobachtet. Durch die kürzeren Tage und die allmählich sinkenden Nachttemperaturen suchen die faszinierenden Nachtjäger in diesen Tagen bereits ihre Winterquartiere auf um dort die kalten Monate zu verschlafen. Wir freuen uns schon auf ihre Rückkehr im nächsten Frühling!

 

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