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Achtung Autofahrer - Runter vom Gas!

Eulen sind besonders gefährdet


(c) P. Meyer (NABU Bonn) 

Eine traurige Entdeckung machte Peter Meyer vom NABU Bonn am letzten Wochenende auf der L163 vor Swisttal-Morenhoven: ein gut 2 kg schweres Uhu-Weibchen hat die nächtliche Kollision mit einem Auto mit dem Leben bezahlt und lag dort tot im Straßengraben. Leider also trifft es bei den zahllosen Wildtieren, die auf den Landstraßen unserer Region alljährlich dem zunehmenden Autoverkehr zum Opfer fallen, auch so stattliche Vögel wie den Uhu. Die größte unserer heimischen Eulenarten streift auf ihrer nächtlichen Nahrungssuche meistens langsam und in geringer Höhe über offenes Gelände, um mit ihren überaus scharfen Augen und Ohren ihre Beutetiere zu orten. Schnell herannahenden Fahrzeugen können sie bei diesem langsamen Suchflug dann häufig nicht mehr ausweichen. So werden gerade Eulen besonders oft von Autos erfasst.


(c) P. Meyer (NABU Bonn) 

Doch während bei so großen Unfallopfern wie Uhu, Fuchs oder Dachs Kollisionen sehr wohl bemerkt werden und die Kadaver oft gut sichtbar am Straßenrand liegen, fallen die zahllosen kleinen Kollisionen in der Regel gar nicht auf. Zigtausende von Singvögeln sterben allein im Rhein-Sieg-Kreis neben Igeln, Hasen und anderen Kleinsäugern auf unseren Straßen, ganz zu schweigen von noch kleineren Reptilien und Amphibien.

Gerade im Frühjahr, wenn alle Tiere aus ihren Winterquartieren kommen, ist die Gefahr auf den Straßen besonders groß. Denn für alle Arten beginnt nun eine Phase erhöhter Aktivität, die mit dem Ende der nahrungsarmen Winterzeit und der bevorstehenden Paarungs- und Brutzeit zusammenhängt. Alle Wildtiere sind nun besonders aktiv und abgelenkt durch Revier- und Partnersuche und das beginnende Brutgeschäft.


(c) P. Meyer (NABU Bonn) 

Umsichtige, langsame Fahrweise ist also gerade in diesen Tagen besonders wichtig und durchaus ein wertvoller Beitrag zum Schutz der heimischen Tierwelt. Möglichst langsames Fahren ist auch dort geboten, wo entsprechende Schilder auf die derzeit laufende Wanderung von Fröschen, Kröten und Molchen in ihre Laichgewässer aufmerksam machen: Bereits bei Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h sterben die empfindlichen Amphibien allein schon an dem erhöhten Luftdruck durch vorbeifahrende Autos.

Also Autofahrer aufgepasst: Runter vom Gas zum Schutz unserer Wildtiere!!

 

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