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Wintervögel füttern - aber wie?

Meise, Spatz und Co. besuchen wieder die Futterstellen


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Der Herbstwald zeigt sich in leuchtenden Farben, die Tage werden merklich kürzer und die Geschäfte sind voll mit Lebkuchen und Schokoweihnachtsmännern. Längst sind die Zugvögel in ihre fernen Winterquartiere geflogen. Zurück geblieben sind diejenigen unserer Wildvögel, die daran angepasst sind, die kalte Jahreszeit bei uns zu verbringen. Und wie jedes Jahr kaufen viele Naturfreunde Sonnenblumenkerne, Fettknödel und andere Sämereien, um Meisen, Sperlinge, Rotkehlchen, Amseln und andere Singvögel an ihre Futterhäuschen zu locken.

Die Winterfütterung ist zwar kein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung unserer heimischen Vogelwelt – gerade in der Stadt profitieren davon vor allem jene „Allerweltsvögel“, die ohnehin nicht zu den gefährdeten Arten gehören – aber dennoch unterstützt auch der NABU Bonn diese Maßnahme. Schließlich dient dies der Umweltbildung und der Bindung der Menschen an die Natur. Gerade Kindern eröffnet die Winterfütterung einen wichtigen Zugang zur heimischen Tierwelt. Und natürlich macht es vielen Menschen einfach Freude, wenn der Garten vor Vögeln nur so wimmelt und man vom warmen Wohnzimmer aus die Tiere ungestört beobachten kann. Mancherorts darf man die positive Wirkung auf die Vogelfauna vielleicht auch nicht ganz unterschätzen, wenn die übrige Umgebung nur noch aus naturfeindlichen Schottergärten besteht, in denen sicher auch die bestens angepassten Wintervögel keine Nahrung mehr finden können. Vor allem zum Winterende hin, wenn die natürlichen Nahrungsquellen allmählich immer knapper werden, kann die Fütterung durchaus mancherorts auch eine sinnvolle Hilfe sein.


NABU Bonn/P. Meyer 

Allerdings sollte man dabei einige wichtige Grundregeln beachten:

Alle Futterstellen müssen regelmäßig, am besten mit kochend heißem Wasser, gereinigt werden, damit sich unter den gefiederten Gästen keine Krankheiten ausbreiten können. Dies gilt vor allem für Futterhäuschen, in denen die Vögel länger sitzen und mit ihrem Kot beschmutzen.

Futterstellen möglichst offen positionieren, so dass sich keine Katzen anschleichen können. Zugleich muss die Nähe zu Sträuchern oder Hecken eine sichere Zuflucht vor Sperbern gewährleisten. Wichtig ist auch, dass die umliegenden Fensterflächen für die plötzlich auffliegenden Wintergäste nicht zur tödlichen Falle werden. Schutz vor Vogelschlag bieten z.B. im Handel erhältliche Schutzfolien, mit denen man das reflektierende Glas teilweise abdecken kann. Je weiter die Futterstelle vom Fenster entfernt liegt desto gefährlicher ist der Anflug für die Vögel.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Wichtig ist auch, bei den Futtermitteln ein bisschen wählerisch zu sein. In einer ausgewogenen Mischung aus Sonnenblumen und anderen Körnern, Haferflocken, Rosinen und Fettfutter findet sicher jeder Vogel die für ihn geeignete Nahrung. Körnerfresser sind vor allem Meisen, Sperlinge und Finken, während Rotkehlchen, Drosseln und Heckenbraunellen die weichen Bestandteile wie Haferflocken und Rosinen aufpicken. Klein gehackte Nüsse sind bei vielen Arten sehr beliebt und durch ihren hohen Fettgehalt auch gut geeignet. Fettknödel kann man ganz einfach selber herstellen, z.B. aus Rindertalg vermischt mit Körnerfutter, Nüssen und Haferflocken. Schmiert man diese Masse etwa in eine Höhlung in einem Baumstamm, wird sich auch der Buntspecht gerne bedienen. Meisenknödel aus dem Handel übrigens eher ohne Netzhülle kaufen, denn darin können die Vögel durchaus mit den Füßen hängen bleiben.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Grundsätzlich gilt: wertvoller als jede Fütterung ist die naturnahe Gestaltung des Gartens, in dem auch im Winter genügend natürliche Nahrungsquellen angeboten werden, z.B. die Früchte beerentragender heimischer Gehölze wie Hartriegel, Holunder und Vogelbeere. Auch in einem „unaufgeräumten“ Garten mit einer dicken Laubschicht auf den Beeten und Wildstauden mit alten Fruchtständen finden Wildvögel ihre natürliche Nahrung wie Pflanzensamen und überwinternde Insektenlarven. Und auch ein aufgehängter und nach der Brutzeit gereinigter Nistkasten hilft gerade kleinen Singvögeln wie Meisen und Spatzen die kalte Jahreszeit zu überleben, da sie den Tieren in frostigen Winternächten Schutz bieten.

 

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