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Wanderfalken auf der Müllverwertungsanlage

Gelungene Rettungsaktion in Bonn Endenich


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Letzten Freitag nahm eine gemeinsame Rettungsaktion vom NABU Bonn und dem Bonner Komitee gegen den Vogelmord ein glückliches Ende, als Peter Meyer und Raphael Lauber einen jungen Wanderfalken an seinem Brutstandort an der MVA in Bonn Endenich wieder in die Freiheit entließen. Der Falke war eine Woche zuvor bei seinem ersten Flug verunglückt und hatte sich am Flügel verletzt. Die aufmerksamen Mitarbeiter der Anlage hatten sofort den NABU Bonn verständigt, und die beiden Vogelschützer konnten den jungen Vogel, der sich unter einem Stapel Paletten verkrochen hatte, bergen und zur Bergischen Greifvogelhilfe nach Rösrath bringen. Zum Glück war der Flügel nicht gebrochen und die Verletzung konnte gut behandelt werden. Die beiden Altvögel wie auch das zweite Jungtier waren noch vor Ort und begrüßten den Pechvogel sofort. Die Jungen werden noch solange von den Eltern betreut, bis sie eigenständig Nahrung erbeuten können.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Die Nachricht von der Wanderfalkenbrut war natürlich sehr erfreulich, da die seltenen Greifvögel schon seit einigen Jahren im Bonner Raum kaum noch gesichtet wurden. Generell sind die Bestandszahlen in NRW mit 229 Brutpaaren und 446 Jungfalken in 2020 noch immer niedrig. Jeder Bruterfolg ist also schon eine gute Nachricht.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Industrieanlagen, Strommasten, Brückenpfeiler und hohe Schornsteine bieten ideale Ersatzbrutplätze für den sonst in Felsnischen brütenden Vogel. Weitere genutzte Wanderfalkenkästen in Bonn hängen im Heizkraftwerk Süd – auch hier gab es jetzt wieder eine erfolgreiche Brut - und an der Nordbrücke, wo in diesem Jahr leider keine Falken ausgeflogen sind.

Auch für Nahrung ist im städtischen Umfeld reichlich gesorgt. Wanderfalken sind extrem schnelle und geschickte Flieger, die vor allem größere Vögel in der Luft fangen und in Städten überwiegend Tauben erbeuten. Schon aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Wanderfalken an vielen Stellen geeignete Nisthilfen anzubieten, damit sie die problematischen Bestände der Stadttauben dezimieren können.


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Der Einzug der Wanderfalken in Endenich lässt hoffen, dass auch weitere in der Region aufgehängten Falkenkästen, wie zum Beispiel der auf dem Bonner Stadthaus, bald wieder bezogen werden.

 

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