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Ein Nest im Kornfeld 

Verbandsübergreifendes Projekt zum Schutz der Wiesenweihen im Rheinland - 16 Weihen sind ausgeflogen!    

Wenn im Frühling die aus Afrika heimkehrenden Wiesenweihen den Schrothagel der maltesischen Jäger hinter sich gelassen haben und ihr mitteleuropäisches Brutgebiet anfliegen, bietet sich ihnen ein – aus ihrer Sicht – phantastisches Bild: Baumlose Grasflächen bis an den Horizont, kniehoch und etwas lückig, dazu Mäuse im Überfluß. Perfekte Bedingungen für einen bodenbrütenden Greifvogel.
Doch was die Weihen für einladende Wiesen halten, sind die Getreideäcker unserer Kulturlandschaft und wenn die Küken schlüpfen, laufen die Mähdrescher schon warm.

Ausgerechnet die Wintergerste hat es dem in Deutschland stark gefährdeten Greifvogel besonders angetan. Die zeitig im Herbst keimende Getreidesorte hat im Frühling mit etwa 30 cm gerade die rechte Höhe und zieht die Weihen magisch an.
Mitte bis Ende Mai legt das Weibchen bis zu 6 Eier in ein schlichtes Nest aus Strohhalmen. Nach einer Brutdauer von etwa 30 Tagen und einer Aufzuchtzeit von weiteren 28 bis 33 Tagen können die Jungen Mitte Juli ausfliegen. Haben die Vögel ihre Eier früh gelegt, und die Gerste reift durchschnittlich schnell, fällt der Mähtermin zeiltlich nach dem Ausflug der Tiere und die Jungweihen entgehen dem Mähdrescher.
Ist das Frühjahr aber warm und sonnig, wie z.B. in diesem Jahr, wird bereits im Juni geernet und es besteht die Gefahr, daß die Nester zerstört und die Jungen getötet werden.

Wiesenweihen waren im letzten Jahrhundert in Deutschland fast ausgestorben. Weihenschutz-Projekte in ganz Deutschland - vor allem in in Bayern (Raum Würzburg/Franken), Nordrhein-Westfalen (Hellwegbörde/Soest) und Niedersachsen (Ostfriesland) - haben den eleganten Fliegern wieder auf die Beine geholfen – heute brüten in ganz Deutschland wieder etwas mehr als 300 Paare.
Im Rheinland war die Wiesenweihe seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verschwunden. Die letzte Brut wurde bei Gemünd in der Eifel im Jahr 1889 gefunden. Erst in den 1980er Jahren konnten Ornithologen wieder erste Weihen beobachten, die auf den Äckern zwischen Köln und Bonn den Sommer verbrachten. Zehn Jahre später wurden die ersten Bruten gemeldet, die meisten aber endeten unter dem Mähdrescher, zuletzt bei Düren im Jahr 2005.
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