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Die Vogelwelt der Region Bonn/Rhein-Sieg

 

 

In der Region Bonn/Rhein-Sieg brütet rund die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Brutvogelarten. Naturschützer zählen aktuell 131 Arten, die in der Umgebung von Bonn regelmäßig nisten - eine im Vergleich zu vielen anderen Regionen Mitteleuropas große Zahl.

Dieser Reichtum erklärt sich durch die Lage des südlichen Rheinlandes zwischen der Deutschen Tiefebene und dem Mittelgebirgsraum: Typische Brutvögel des Flachlandes wie Kiebitze, Grauammern und Rebhühner brüten ebenso in der Nähe der Bundesstadt wie Arten der montanen Lagen, etwa Schwarzstörche, Rotmilane und Tannenhäher. Zudem bietet die reliefreiche Landschaft in der Region eine Vielzahl wertvoller Lebensräume: In den großen Laubwäldern sind Mittelspechte, Waldschnepfen und Trauerschnäpper zu Hause, in den Kiesgruben der Rheinebene brüten Flussregenpfeifer, Teichrohrsänger und Reiherenten und die ausgedehnte Agrarlandschaft der Zülpicher Börde bietet einen idealen Rückzugsraum für Rohrweihen, Schafstelzen und Wachteln.

Zu den Besonderheiten der Region zählen die Zippammer, die im Siebengebirge ihren weltweit nördlichsten Brutplatz hat, und die Wiesenweihe, deren einziges Brutgebiet im Rheinland westlich von Bonn liegt.

Eingebürgerte Vogelarten sind neben Fasan, Nilgans und Mandarinente auch Halsbandsittiche, die in den Parks und Gärten entlang des Rheins brüten. Ungewöhnlich ist ein Bestand wildlebender Truthühner im nördlichen Kottenforst, die zu jagdlichen Zwecken ausgesetzt wurden.

Auch für Durchzügler und Wintergäste hat die Region viel zu bieten: Zu den 131 Brutvögeln kommen 46 Vogelarten, die an Rhein, Sieg und Erft regelmäßig im Winterhalbjahr oder während der Zugzeiten zu beobachten sind. Zu den auffälligsten Besuchern zählen Kraniche, die jedes Jahr im November und Februar unser Gebiet zu Tausenden überfliegen, und natürlich Saatkrähen, die aus Osteuropa kommen und den Winter in großer Zahl in Bonn verbringen. Andere Wintergäste sind Merline, Kornweihen und Rauhfußbussarde, die regelmäßig in der Agrarlandschaft westlich von Bonn anzutreffen sind. Während der Zugzeiten sind entlang des Rheins oft Watvögel zu sehen - und mit etwas Glück auch Fischadler und Trauerseeschwalben.

Neben diesen mehr oder weniger regelmäßig auftretenden Arten haben es aber auch schon ganz besondere Vögel zu uns geschafft: Im Jahr 2009 hielt sich mehrere Wochen ein Schlangenadler westlich von Bonn auf, ebenso wie ein Sakerfalke, der zwei Jahre zuvor in der Zülpicher Börde beobachtet wurde. Und mit schweren Herbststürmen werden manchmal auch Hochseevögel nach Bonn verdriftet, wie z.B. Schwarzschnabel-Sturmtaucher (je 1 Exemplar in 1989 und 2004) und ein Krabbentaucher im Jahr 1991.

Brutvögel in Bonn
Wintergäste in Bonn
Vögel in der Kiesgrube Dünstekoven

 

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