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Eulen

Lautlose  Jäger der Nacht

Die Eulen bilden eine weltweit verbreitete Ordnung der Nichtsingvögel mit insgesamt etwa 200 Arten, die mit ihren markanten Merkmalen sicher den meisten Menschen gut bekannt sind. Alle Eulenvögel haben einen verhältnismäßig großen Kopf mit großen, nach vorn gerichteten Augen und einem kleinen aber kräftigen Hakenschnabel, eine mehr oder weniger gedrungene Körperform und kräftige, krallenbewehrte Fänge. Leider bekommt man die heimlich lebenden Vögel nur selten zu Gesicht, denn fast alle Eulen sind nachtaktiv und eher durch ihre oft weithin hörbaren Rufe wahrnehmbar. Den Tag verbringen sie meist schlafend in ihren Verstecken. Für die nächtliche Jagd sind Eulen mit extrem leistungsstarken, speziell angepassten Sinnen perfekt ausgestattet. Den großen, nach vorn gerichteten Nachtaugen entgeht nicht die geringste Bewegung der Beutetiere, und bei völliger Dunkelheit übernehmen die seitlich unter dem Kopfgefieder verborgenen, leicht asymmetrisch angeordneten Ohren die punktgenaue Ortung. Der Anflug auf die Beute ist vor allem durch die weich umrandeten Schwungfedern an den Flügelkanten nahezu lautlos.

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind 5 der insgesamt 10 in Deutschland heimischen Eulenarten als Brutvögel nachgewiesen: Steinkauz, Waldkauz, Waldohreule, Schleiereule und Uhu. Der in Nadelwäldern lebende Raufußkauz, der sich vor einigen Jahren nach gezielten Unterstützungsmaßnahmen kurzzeitig im Osten des Kreises halten konnte, wurde in den letzten Jahren nicht mehr beobachtet.

Obwohl für einige Eulenarten wie etwa den Waldkauz auch in unserer Region noch stabile Bestände gemeldet werden, sind doch alle Eulen durch den Rückgang geeigneter Lebensräume und andere Faktoren wie den zunehmenden Straßenverkehr insgesamt gefährdet. Da Eulen genau wie die Greifvögel in natürlichen Systemen eine wichtige ökologische Rolle spielen, setzt sich der NABU Bonn schon seit vielen Jahren mit einem großen Artenschutzprogramm für diese Vogelgruppe ein. Die Ausbringung und Betreuung von künstlichen Nisthilfen, regelmäßige Biotoppflegemaßnahmen und zahlreiche Rettungsaktionen im Rahmen des Vogelnotrufs haben in den letzten Jahren in der Region bereits gute Erfolge gezeigt.

 

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