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Insekten

Die Insekten bilden mit über 1 Million bisher bekannten Arten – und sicher mehr als noch einmal genauso vielen unbekannten Arten! – die artenreichste Klasse im gesamten Tierreich. Immerhin etwa 33.000 Arten sind allein in Deutschland heimisch. Ein großer Teil davon umfasst sonnenliebende Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Käfer, die in den vom Menschen geprägten offenen Kulturlandschaften leben - Wiesen und Weiden, Ackerflächen und Heckensäume mit einer ebenso artenreichen Vielfalt an Blütenpflanzen, die ihnen und ihren Entwicklungsstadien reichlich Nahrung bieten. Hinzu kommen Libellen und andere Wasserbewohner in Bächen, Seen, Teichen und Tümpeln.

Kein Wunder also, dass in früheren Zeiten schon eine kurze Spritztour durch unsere extensiv genutzten Kulturlandschaften unweigerlich mit einer gründlichen Reinigung der Windschutzscheibe endete, auf der stets die Überreste zahlreicher toter Insekten klebten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei! Schon lange klagen Gartenbesitzer über das Verschwinden der bunten Schmetterlinge an ihren Beetblumen. Seit einigen Jahren nun hört oder liest man immer häufiger die alarmierenden Meldungen vom Rückgang der Insektenfauna, das sogenannte „Insektensterben“ hat es längst bis in die Tageszeitungen und in die Klassenräume unserer Schulen gebracht. Auch die wichtigsten Ursachen hierfür haben Fachleute und Umweltverbände längst erkannt: Neben dem allgemeinen Flächenverlust durch Straßenbau und die zunehmende Zersiedelung der Landschaft wird hier vor allem die moderne, „industrialisierte“ Landwirtschaft genannt, die auch in unserer Region die einst so strukturreichen Kulturlandschaften in riesige, artenarme Monokulturen verwandelt hat. Den Rest erledigen die großflächig, und zwar über die Ackerflächen hinaus, angewendeten Pestizide und Herbizide, die viele Insekten und Wildkräuter bereits auf die Roten Listen der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten gebracht haben. Und auch in privaten Gärten sieht es meist nicht besser aus. Noch immer liegen „aufgeräumte“, das heißt „unkrautfreie“ und mit gebietsfremden Arten bepflanzte Anlagen im Trend.

Diese dramatische Entwicklung, die mittlerweile auch in der heimischen Vogelwelt zu deutlichen Bestandsrückgängen geführt hat, ist der Grund, warum auch die NABU Kreisgruppe Bonn schon seit mehreren Jahren einen entscheidenden Schwerpunkt auf die Pflege, den Schutz und die Wiederherstellung offener, blütenreicher Wiesen und Wildblumenäcker legt. Auch vegetationsarme Rohbodenflächen, sandige Steilhänge und verschiedene Kleingewässer werden von NABU-Aktiven regelmäßig offen gehalten, das heißt vor der natürlichen Verbuschung bewahrt, um so einige wertvolle Rückzugsräume für sonnenliebende Wildpflanzen, Insekten und Vögel zu schaffen.

Insgesamt betreut die Kreisgruppe mehr als 30 Projektgebiete in der Region des linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises. Dies ist eine wichtige aber sehr arbeitsintensive Naturschutzarbeit, die uns mittlerweile auf vielen Flächen mit einem steigenden Artenreichtum belohnt. Das zeigen die alljährlichen Bestandserfassungen zum Beispiel im Naturschutzgebiet Kiesgrube Dünstekoven, wo im letzten Sommer wieder allein 40 Arten von Tagfaltern und 44 verschiedene Libellenarten gezählt wurden.

 

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