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Farbenfroher Gast

NABU entdeckt seltenen Vogel aus Osteuropa in Swisttal


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

In Swisttal ist in diesen Tagen ein ganz besonderer Vogel zu Gast.

Naturfreunde haben zwischen Strassfeld und Odendorf eine Blauracke beobachtet - 140 Jahre nachdem die Art in der Region ausgestorben ist!

Peter Meyer, Vogelschutzexperte des NABU Bonn, hatte das Tier aus dem fahrenden Auto heraus entdeckt.

„Ich habe meinen Augen nicht getraut. Die Blauracke gehört zu den Höhepunkten einer jeden Naturreise nach Süd- und Osteuropa. Manche Leute zahlen viel Geld dafür, einmal im Leben diesen tollen Vogel zu sehen". Tatsächlich zählt die Art mit ihrem leuchtend türkisfarbenen Gefieder zu den farbenfrohesten Vögeln Europas. 

Nach Angaben des NABU ist die Blauracke durch die Intensivierung der Landwirtschaft und dem Einsatz von Pestiziden ausgestorben (in Ostdeutschland gab es noch wenige Brutpaare bis 1980) Im Kottenforst war sie bis 1870 Brutvogel - seither wurde sie nur noch vier Mal in der Region gesichtet.

Wo das Tier herkommt, ist unklar. Die nächsten Brutvorkommen liegen 800 km weiter südlich in der Provence und am Neusiedler See. Der NABU tippt aber auf Osteuropa: In Ostpolen, dem Baltikum und der Ukraine gebe es noch vergleichsweise große Bestände der Blauracke. Mindestens 1.000 km musste das Tier wohl zurücklegen.

Um den Irrgast in Swisttal zu Gesicht zu bekommen, braucht man eine gehörige Portion Glück. Der etwa Eichelhäher große Vogel sitzt gerne auf

Strom- und Telefonleitungen in der offenen Feldflur und jagt von dort aus große Insekten wie Käfer und Heuschrecken. Ob er aber noch da ist, weiß keiner. Die Naturschützer haben ihn am Samstag zuletzt gesehen. 

 

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