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Mehr Spatzen auf dem Land

Ergebnisse der Wintervogelzählung liegen vor


P. Meyer / NABU Bonn 

Viele Vogelfreunde haben sich seit 10. Januar wieder eine Stunde Zeit genommen, um die Vögel in ihren Gärten, auf dem Balkon oder im Stadtpark zu zählen – über 1000 Teilnehmer gab es im Rhein-Sieg-Kreis, fast 600 im Stadtgebiet von Bonn. Der häufigste Gartenvogel mit durchschnittlich 7 Vögeln pro Garten war im Rhein-Sieg-Kreis der Haussperling, gefolgt von Kohl- und Blaumeise, Amsel und Star. In Bonn dagegen wurde wie schon im Vorjahr die Kohlmeise am häufigsten gezählt. Spatzen rangierten hier nur auf Platz 4, mit 2-3 beobachteten Vögeln pro Garten. Positiv bei den Stadtvögeln in unserer Region ist ein leichter Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr bei den häufigeren Arten sowie bei einzelnen Waldvögeln, die im Winter gerne auch städtische Futterstellen aufsuchen, wie z.B. Buntspecht, Dompfaff und Kleiber.


P. Meyer / NABU Bonn 

Im Rhein-Sieg-Kreis wurden mehr Hauben- und Tannenmeisen gezählt als im Vorjahr. Eine gute Nachricht sind auch die seltener gewordenen Beobachtungen bei den invasiven Halsbandsittichen im Stadtgebiet und die häufigere Beobachtung von Saatkrähen. Die ebenfalls invasive Nilgans hingegen wurde im Rhein-Sieg-Kreis leider deutlich häufiger gesichtet. Da sich die aus Afrika eingeführte Art anderen Wasservögeln gegenüber oft sehr aggressiv verhält, ist dieser Trend durchaus problematisch.

Insgesamt wurden deutschlandweit durch das generell milde Winterwetter weniger Vögel am Futterhaus beobachtet als in kälteren Jahren, da die Vögel in den umliegenden Wäldern dann einfacher an Nahrung gelangen können und auf den reich gedeckten Futtertisch in den Städten nicht so stark angewiesen sind.


P. Meyer / NABU Bonn 

So erfreulich der Aufwärtstrend beim Haussperling ist, umso schlechter steht es bundesweit um den Grünfink, der in Städten und Dörfern seit dem Jahr 2011 immer seltener beobachtet wird. Eine mögliche Ursache ist vermutlich eine ansteckende Erkrankung durch einzellige Parasiten, gegen die scheinbar gerade diese Art besonders empfindlich ist. Vor allem an sommerlichen Futterstellen, die nicht ausreichend häufig gereinigt werden, können sich die Finken leicht infizieren.

Positiv ist auf jeden Fall, dass diese großen jährlichen Vogelzählungen des NABU mittlerweile bei immer mehr Naturfreunden zu einer festen Institution geworden sind. Auch wenn sie keine wissenschaftlichen Daten über die aktuellen Bestandszahlen liefern, sind doch große allgemeine Trends durch die häufigen bundesweiten Beobachtungen durchaus erkennbar.

Die nächste Vogelzählung findet wie immer im Frühling statt - vom 8.-10. Mai ruft der NABU bei der „Stunde der Gartenvögel“ wieder dazu auf, eine Stunde lang die Vögel zu beobachten.

 

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