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Blaumeisensterben auch in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis

NABU bittet um Mithilfe


(c) P. Meyer / NABU Bonn 

Seit Anfang März sterben die Blaumeisen. Der erkrankten Vögel wirken apathisch, sind meist dick aufgeplustert und haben ein zerzaustes Kopfgefieder. Verantwortlich für dieses Blaumeisensterben ist das ursprünglich aus Großbritannien zu uns eingeschleppte Bakterium Suttonella ornithocola. Auch andere kleine Meisenarten können sich damit anstecken, wie zum Beispiel die selteneren Hauben- und Tannenmeisen. Die Kohlmeise scheint dagegen seltener betroffen zu sein.

Um den Verlauf der Krankheit weiter beobachten zu können, bittet der NABU Bundesverband in Berlin seit Anfang April darum, Verdachtsfälle dieses Phänomens, also Beobachtungen über offensichtlich erkrankte oder tote Vögel über ein Online-Formular zu melden. Bis zum gestrigen Dienstag wurden innerhalb von nur 12 Tagen bereits 26.000 Vögel gemeldet! Auch aus unserer Region gingen schon etliche Meldungen telefonisch bei der Kreisgruppe Bonn ein.

Vogelfreunde können aber durchaus etwas gegen die Ausbreitung der Krankheit tun: Futter und Badestellen sollten für mindestens 4 Wochen beseitigt werden, sobald ein kranker Vogel im Garten beobachtet wird, um zu verhindern, dass sich die Vögel dort gegenseitig anstecken können. Und damit sich die Bestände möglichst schnell wieder von diesen hohen Verlusten erholen können, ist es wichtig, den überlebenden Vögeln möglichst gute Bedingungen für die anstehende Brutzeit zu bieten. Ein naturnaher Garten bietet immer besonders viel Nahrung für die hungrigen Jungen.

Zudem sollten sich auch wieder möglichst viele Menschen an der bevorstehenden Aktion "Stunde der Gartenvögel" beteiligen, zu der der NABU in diesem Jahr vom 8.-10. Mai aufruft, um einen möglichst guten Überblick über die aktuelle Ausmaß der Epidemie zu erhalten.

 

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