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Wildvogelrettung des NABU Bonn

Wie kann man helfen?


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Die NABU Kreisgruppe Bonn, deren Ursprung auf eine Gruppe von Vogelschützern aus der Region zurückgeht, setzt sich schon seit mehr als 20 Jahren auch für die Rettung verletzter oder verwaister Wildvögel ein. Auch wenn es dabei grundsätzlich vor allem um den Artenschutz für Greifvögel und Eulen ging, bemühen sich die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer heute nach Kräften, auch anderen Vogelpatienten zu helfen. Der NABU Bonn selbst ist keine Auffangstation. Die Tiere werden nur aufgenommen und nach Möglichkeit in die entsprechenden Einrichtungen weitergeleitet.

Hierbei handelt es sich um mehrere Wildvogelauffangstationen, in denen solche „Pechvögel“ tierärztlich behandelt und von Mitarbeitern und freiwilligen Helfern mit großem Erfolg wieder aufgepäppelt und dann in die Freiheit entlassen werden. Leider liegen alle diese Stationen, wie z.B. die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald bei Mayen, nicht in direktem Umkreis von Bonn. Um einen Vogel dorthin zu bringen muss man eine Anfahrtzeit von einer Stunde in Kauf nehmen. Einen regelmäßigen Fahrdienst kann die Kreisgruppe daher natürlich nicht gewährleisten.

Während der regulären Öffnungszeiten des NABU Naturschutzzentrums im Naturschutzgebiet Kiesgrube Dünstekoven – ausschließlich wochentags von 9.00 Uhr bis etwa 14.00 Uhr! – ist die Station gewöhnlich besetzt und unter der Telefonnummer 02254/846537 erreichbar. Samstags bis 18.00 Uhr gibt es darüber hinaus noch eine Notfallnummer für Greifvögel, Eulen und seltene Singvogelarten (0177/643244). Nach vorheriger telefonischer Absprache, das heißt sofern die Versorgung und der Weitertransport gesichert sind, können die gefiederten Patienten in der Station abgegeben werden. Viele Jungvögel werden hier bereits mit dem Nötigsten versorgt, damit sie die Fahrt zur Auffangstation auch überstehen. Besonders bei sehr kleinen Singvogelküken ist dies wichtig, da sie häufig gefüttert werden müssen.


(c) Peter Meyer / NABU Bonn 

Wer einen hilflosen Vogel findet, sollte aber einige grundsätzliche Regeln beachten, da es nur in Ausnahmefällen erlaubt und ratsam ist, Wildvögel aus der Natur zu entnehmen:

Stellen Sie sicher, ob der Vogel tatsächlich unsere Hilfe braucht. Viele sogenannte Ästlinge, das sind Jungvögel, die schon voll befiedert sind und das Nest bereits verlassen haben, können zunächst noch nicht gut fliegen und erscheinen hilflos und verwaist, obgleich sie sehr wohl noch von den Eltern gefüttert werden. Man sollte also Immer erst einmal die Vögel in Ruhe und aus einiger Entfernung beobachten! Erst wenn auch nach längerer Zeit kein Elternvogel aufgetaucht ist, kann man einschreiten. Gerade solche Ästlinge von Amseln und Drosseln werden leider immer wieder völlig unnötig in die Auffangstationen gebracht.

Kleinere Küken, die aus dem Nest gefallen sind, lassen sich problemlos wieder ins Nest zurücksetzen, sofern man dieses erreichen kann. Vögel haben keinen guten Geruchssinn, so dass die Eltern durchaus weiter füttern, nachdem man die Küken angefasst hat!

Aus dem Nest gefallene nackte Vogelküken, die man nicht wieder zurück setzen kann, brauchen als Erstes unbedingt Wärme, da sie schnell auskühlen und dann auch keine Nahrung aufnehmen können. Auch während des Transportes zu einer Auffangstation dem Vogel daher immer eine warme (keine heiße!) Wärmflasche unterlegen.

Jeder Vogel der von einer Katze gebissen wurde, muss grundsätzlich so schnell wie möglich mit einem Antibiotikum behandelt werden, da Katzenspeichel für ihn giftig ist. Selbst ohne sichtbare Verletzungen führt die Begegnung mit einer Katze fast immer zum Tod des Vogels, da der giftige Speichel schon durch kleinste offene Hautstellen in die Blutbahn geraten kann. Dies gilt besonders für alle kleinen Singvögel bis Amselgröße.

Vögel, die gegen eine Fensterscheibe geflogen sind und völlig benommen von der Kollision am Boden sitzen, kann man vorsichtig aufnehmen und für einige Zeit an einem kühlen Ort abgedunkelt in einen Karton setzen. Viele solcher Unfallopfer erholen sich wieder und fliegen anschließend davon.

Grundsätzlich, vor allem aber bei sehr kleinen Singvogelarten, gilt: lieber nicht füttern als falsches, ungeeignetes Futter geben!! Fast alle unserer Singvögel werden ausschließlich mit Insekten großgezogen. Frisch gefangene kleine Insekten, Spinnen, unbehaarte Räupchen oder Blattläuse sind für fast jedes Vogelküken ideal. Alternativ kann man auch im örtlichen Zoofachhandel lebende Heimchen oder Wachsmottenlarven kaufen, die man abtöten muss und dann verfüttern kann. Alles andere schadet mehr als dass es dem Vogel nutzt, und kleine Küken sterben sehr schnell durch falsche Ernährung. Auch mit der Gabe von Wasser sollte man eher vorsichtig sein – höchstens tröpfchenweise ganz wenig Wasser seitlich an den Schnabel träufeln. Am besten ist es, so schnell es geht in eine Auffangstation zu fahren oder sich dort zu erkundigen, was man tun kann.

Und: je kleiner und jünger das Küken, desto mehr Eile ist geboten! Meisen- oder Spatzenküken werden von den Eltern oft im 10-Minutentakt gefüttert und werden schnell zu schwach um noch Nahrung aufzunehmen.

 

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